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	<description>Wer schweigt stimmt zu. Wider dem neoliberalen Mainstream in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit.</description>
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		<title>[review]&gt;&gt;Jan Rehmann: Herrschaft und Subjektion im Neoliberalismus. Die uneingelösten Versprechen des späten Foucault und der Gouvernementalitäts-Studien.</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 11:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rehmann, Jan (2007): Herrschaft und Subjektion im Neoliberalismus. Die uneingelösten Versprechen des späten Foucault und der Gouvernementalitäts-Studien. In: Kaindl, Christina (Hg.): Subjekte im Neoliberalismus. Kritische Wissenschaften, Bd.2, BdWi-Verlag, Marburg, S.75-92. Jan Rehmann zeigt in seinem Beitrag für den Sammelband Subjekte im Neoliberalimus sowohl, dass Foucaults analytische Unterscheidung von Herrschaft und Macht bzw. von Herrschaftstechniken und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=186&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/subjekte_im_neoliberalismus.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-123" title="subjekte_im_neoliberalismus" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/subjekte_im_neoliberalismus.jpg?w=140&#038;h=184" alt="subjekte_im_neoliberalismus" width="140" height="184" /></a></p>
<p><strong>Rehmann, Jan (2007): Herrschaft und Subjektion im Neoliberalismus. Die uneingelösten Versprechen des späten Foucault und der Gouvernementalitäts-Studien. In: Kaindl, Christina (Hg.): Subjekte im Neoliberalismus. Kritische Wissenschaften, Bd.2, BdWi-Verlag, Marburg, S.75-92.</strong></p>
<p>Jan Rehmann zeigt in seinem Beitrag für den Sammelband Subjekte im Neoliberalimus sowohl, dass Foucaults analytische Unterscheidung von Herrschaft und Macht bzw. von Herrschaftstechniken und Techniken der Selbstführung nicht mit den gesellschaftlichen Strukturen der Herrschaft vermittelt sind, als auch, dass die an diese Unterscheidung anknüpfenden Gouvernementalitäts-Studien durch den ausdrücklichen Verzicht auf ideologiekritische Analyse sich auf eine immanente Nacherzählung der Managementliteratur beschränken. Die formulierte theoretische Kritik schränkt nach Rehmann die Bedeutung für eine Kritik des Neoliberalismus aber nicht ein, da sie einen relevanten Teilbereich neoliberaler Ideologie behandeln. Mit einer (subjektiwissenschaftlichen) Reinterpretation der Gouvernementalitäts-Studien kann das Zueinander von gesellschaftlicher Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung im Neoliberlismus erfasst werden und so die Gesellschaft bestimmenden Widersprüche sichtbar gemacht werden.<span id="more-186"></span><br />
Die begriffliche Fassung von Gouvernemantlität bei Foucault lässt sich kaum eingrenzen. Die Verwendung des Begriffs bleibt uneinheitlich, auf einer ersten Ebene ist die Art und Weise angesprochen, in der Verhalten von Menschen gesteuert werden, auf einer zweiten Ebene eine Tendenz der Regierungsführung in spezifisch jüdisch-christlicher Traditon (Pastorat), auf einer dritten Ebene sieht Foucault politische Gouvernementalität bei Reformation und Gegenreformation im 16. Jh. anbrechen, eine Art Vorform der Gouvernementalität, denn auf einer vierten Ebene fasst er Gouvernementalität als moderne Regierungskunst, die die Staatsfixierung im 18. Jahrhundert überwindet und das Problem der Regierung außerhalb des juridischen Rahmens der Souverenität denkt. (Vgl. S.80f)<br />
Wenn Foucault verkündet: „Wir leben im Zeitalter der Gouvernementalität, die im 18. Jahrhundert entdeckt wurde“ (Dits et écrits 1954-1988, Bd.1), stellt sich die Frage warum die Gouvernementalitäts-Studien für sich beanspruchen, mit der Kategorie der Gouvernementalität einen Schlüssel zum Verständnis des Neoliberalismus gefunden zu haben, schließlich deckt die Epoche seit dem 18. Jahrhundert neben Liberalismus, auch Koservativismus, Faschismus, Sozialdemokratismus usw. ab. Der Begriff der Gouvernementalität ist nicht nur hinsichtlich seiner Ausdehnung, sondern auch in Bezug auf die Realitätsebene, auf die er sich beziehen soll, problematisch. Gouvernementalität richte sich, so Foucault, auf Menschen in Beziehung zu Dingen, Reichtümern, Bodenschätzen usw. <em>„Aber als Spezifik einer modernen, ökonomischen Gouvernemantalität ist die Kennzeichnung ungeeignet, denn Menschen waren immer mit Dingen verwicklet, und Herrschaft musste sich auf länge Sicht irgendwie auf diesen Zusammenhang, z.B. auf die Verfügung über ökonomische Ressourcen und Arbeitskräfte beziehen.“</em> (S.80) Diese Absehung von Produktionsverhältnissen und ökonomischer Herrschaft in vorneuzeitlichen Regierungen, ließe sich nach Rehmann nur begründen, wenn nicht die Art und Weise der historisch-konkreten Regierungen, d.h. wie diese wirklich regiert haben, angesprochen wäre, als vielmehr bestimmte Denkweisen, die den Regierungspraxen zugrunde liegen. Tatsächlich zielt Foucault mitunter auf ein solches Verständnis von Gouvernementalität, steht damit aber im Widerspruch zu seiner eigenen Defintion von Gouvenementalität, wo es heißt, es ginge um das Ensemble von Institutionen, Vorgängen und Reflexionen, mit der die Bevölkerung geführt wird.<br />
Die Problematik einer Engführung der Gouvernementalität auf den Regierungspraxen zugrunde liegenden Denkformen, zeigt sich exemplarisch an der Behandlung des Liberalismus. Auch hier will Foucault liberale Gouvernementalität nicht als Theorie oder Ideologie verstanden haben, sondern als Weise des Tuns. Angesprochen ist eine vermeintliche Oppostion des Liberalismus gegenüber staatlicher Reglementierung, nicht betrachtet wird die Absicherung ungleicher bürgerlicher Eigentumsverhältnisse etwa über einen harten Besitzindindividualismus. Die in Foucaults Paradigma hervorgehobene Überwindung der Ideologiekritik, kann so nicht mehr nach der ideologischen Funktionsweise des Liberalismus im Gesamt bürgerlicher Herrschaft fragen. <em>„Es bleibt bei einer unkritisch-einfühlenden Nacherzählung.“ </em>(S.81)<em></em></p>
<p><em> </em><br />
Rehmann sieht als zentrales Problem der Gouvernemenatlitäts-Studien das immanente Nacherzählen von Unternehmenerstellungnahmen, Managementliteratur, Regierungsverlautbarungen und Mainstreampresse, ohne in den Analysen auf die ideologische Funktion in betrieblicher Realität, Herrschaftsverhältnissen und Führungsmethoden des Neoliberalismus einzugehen. Damit werden die behandelten Texte theoretisch verdoppelt. (Vgl. S.82)<br />
Ein weiteres Problem der Gouvernementalitäts-Studien ist, dass die Unterscheidung von Selbst- und Fremdführungstechniken, die Foucault thematisiert hatte herausfällt. Beschrieben werden Programmschriften der Managementliteratur, die von außen an die Subjekte herangetragen wird und von oben nach unten wirkt. Die Nicht-Unterscheidung der Fremd- und Selbstvergesellschaftung, etwa bei Bröckling (2000) und Opitz (2004), ist Folge des Reskurs auf die Subjekttheorie Judith Butlers, bei der Hervorbringungen und Unterwerfung des Subjekts zusammenfallen und auch von der lacanschen Psychoanalyse vertreten wird. Der bei Althusser als Anrufung bezeichnete Vorgang der Konstitution der Subjekte durch die Ideologie, ist nach Butler nur möglich da es in der Kindheit eine „Gründungsunterwerfung“, ein „vorwegnehmendes Begehren“ des Angerufenen, „vom Angesicht der Autorität gesehen zu werden“ (Butler: Psyche der Macht). Die Konstruktion eines Unterwerfungsbegehrens kommt einer anthropologischen Grundannahme gleich, bei der ein Zustand frühkindlicher Abhängigkeit ontologisiert und als essenzialistisch zum Wesenszug des Menschen erklärt wird. Die in den Gouvernementalitäts-Studien folgenlos gebliebene Unterscheidung von Selbsttechnologien und Herrschaftstechnologien ist kein Zufall, sondern hat hier ihren systematischen Grund. Zu erklären ist dann auch nicht, wie neoliberale Herrschaft emanzipatorische Elemente entwendet und in ein modernisiertes System der Herrschaft überführt. Damit ist Widerstand auch nur als taktische Verschiebung innerhalb der Macht in der Übernahme des Gouvernements denkbar. <em>„Es ist, als würde die gegenwärtige Ohnmacht der Linken angesichts der hegemonialen Übermacht des Neoliberalismus theoretisch festgeschrieben und verewigt.“ </em>(S. 87)<br />
Die von Rehmann formulierte theoretische Kritik, schränkt die Bedeutung für eine Kritik des Neoliberalismus nicht ein, da sie einen relevanten Teilbereich neoliberaler Ideologie behandeln. Mit einer Reinterpretation der Gouvernementalitäts-Studien kann das Verhältnis von Herrschaft und Subjektion im Neoliberalismus im Hinblick auf das Zueinander von gesellschaftlicher Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung erfasst werden und so die die Gesellschaft bestimmenden Widersprüche sichtbar gemacht werden. Dies soll an dieser Stelle abschließend an zwei Thesen Rehmann verdeutlicht werden:</p>
<ul>
<li>Die in den Gouvernementalitäts-Studien beschriebene Umstellung auf Selbstführung kann nur mit Bezug auf veränderte Produktionsweisen verstanden werden und <em>„erweist sich dann als eine widersprüchliche Subjektions-Form, bei der die Subjekte als autonome angerufen und zugleich in Subalternität gehalten werden: Selbstbestimmung, aber für fremdes Eigentum, Selbstständigkeit als Selbstunterstellung unter die eigene Markfähigkeit.“</em> (S.88) Hierdurch würde auch deutlich, dass die in den Gouvernementalitäts-Studien beschriebenen neuen Anforderungen an die Subjekte nicht auf das Gesamt der Gesellschaft verallgemeinert werden können, sondern ihren gesellschaftlichen Ort in der Arbeitselite der Industrienationen haben.</li>
<li>Die Unterstellung eines homogenen Modells der Selbstaktivierung erweist sich unter Rückgriff auf die Spaltungen der Gesellschaft als widersprüchlich. Einerseits sind Subjektionsstrategien hinsichtlich verschiedener gesellschaftlicher Gruppen selbst uneinheitlich, anderseits funktionieren gleiche neoliberale „Anrufungen“ in verschiedenen Milieus unterschiedlich: „tendenziell idenitätsunterstützend, wenn sie mit einer spezifischen Arbeitsrealität korrelieren, tendenziell  subjektzerstörerisch, wo es keine Handlungsmöglichkeiten gibt. (Vgl. S.89)</li>
</ul>
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		<title>[review]&gt;&gt;Albert Scherr: Annäherungen an Kritikbegriffe einer kritischen Sozialen Arbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 11:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Soziale Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kritische Soziale Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Poststrukturalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Albert Scherr (2006): Annäherungen an Kritikbegriffe einer kritischen Sozialen Arbeit. In: Widersprüche, Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich, Heft 100, 26.Jg., 2/2006, S.169-178. In seinem Aufsatz &#8222;Annährungen an Kritikbegriffe der Sozialen Arbeit&#8220; problematisiert Albert Scherr traditonelle Kritikverständnisse, die normative und wissenschaftlich-rationale Grundlagen für sich beanspruchen. Diese Kritik zielt nicht auf eine Delegitmierung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=178&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/ws_titel_100.gif"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-179" title="Widersprüche 100" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/ws_titel_100.gif?w=140&#038;h=184" alt="Widersprüche 100" width="140" height="184" /></a><strong>Albert Scherr (2006): Annäherungen an Kritikbegriffe einer kritischen Sozialen Arbeit. In: Widersprüche, Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich, Heft 100, 26.Jg., 2/2006, S.169-178.</strong></p>
<p>In seinem Aufsatz &#8222;Annährungen an Kritikbegriffe der Sozialen Arbeit&#8220; problematisiert Albert Scherr traditonelle Kritikverständnisse, die normative und wissenschaftlich-rationale Grundlagen für sich beanspruchen. Diese Kritik zielt nicht auf eine Delegitmierung der Beanspruchung einer kritischen Perspektive, als vielmehr diese entlang poststrukturalistischer und systemtheoretischer Überlegungen zu erweitern, mit dem Ziel Denk- und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die zu Veränderungen beitragen. <span id="more-178"></span></p>
<p>In Bezug auf die Diskussion des Kritikbegriffs in der Sozialen Arbeit vertritt Scherr die These, dass die Soziale Arbeit keine <em>„fraglos-gewisse begriffliche oder normative Grundlage der Kritik für sich beanspruchen kann, sondern [...] darauf verwiesen [ist], gegenstandsbezogen und in undogmatischer Auseinandersetzung mit verfügbaren Theorieangeboten und Ehtiken zu bestimmen, wie eine kritische Perspektive konturiert und ausgewiesen werden kann.“</em> (S.169f) Kritische Soziale Arbeit nimmt weder die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Problemlagen, mit denen die Soziale Arbeit beschäftigt ist, als unveränderlich an, noch beantsprucht sie &#8211; sowohl als Theorie, als auch als Praxis &#8211; einen Standort außerhalb gesellschaftlicher Strukturen, da sie notwendig in diese einbezogen ist. Wohl geht es aber darum, „Distanz zu solchen Traditionen und Routinen, Strukturen und Praktiken, Theorien und Methoden einzunehmen, die zur Herstellung, Verfestigung und Legitimation von Ungleicheiten, Herrschaftsverhältnissen und sozialer Ausgrenzung beitragen. &#8220; (S.171) Eine gesellchaftstheoretisch fundierte Distanz zu Legitimationszwängen und tradierten Gewissenheiten schließt auch eine Hinterfagung von Theoremen und Begriffen kritischer Sozialer Arbeit ein. In Zeiten des neoliberalen Zugriffs auf die Subjekte in Folge von Aktivierungsdiskursen, ist das kritische Potential eines normativen Subjektbegriffs zu diskutieren, der individuelle Autonomie gegen gesellschaftliche Anforderungen betont. Eine Reformulierung scheint notwendig, eine bloß defensive Antwort auf poststrukturalistische und systemtheoretische Subjektkritik hingegen fragwürdig.</p>
<p>Annährungen der Sozialen Arbeit an den Kritikbegriff lassen sich nach Scherr unterscheiden in: <em>erstens</em>, einer normativ fundierten Kritik der Diskrepanzen zwischen etwa sozialrechtlich spezifizierten Normen und Werten einerseits und den Nutzer_innen der Sozialen Arbeit zugemuteten Lebensbedingungen anderseits; <em>zweitens</em>, macht-, herrschafts- und ideologiekritsche Überlegungen zur Funktionalität von Sozialstaatlichkeit und Sozialer Arbeit für die Aufrechterhaltung sozialer Ungleicheiten und die Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen; und <em>drittens</em>, eine wissenschaftstheoretisch begründete Kritik, die wissenschaftliche Geltung grundlegender Kategorie wie etwa &#8216;abweichendes Verhalten&#8217; oder &#8216;Kriminalität&#8217; hinsichtlich kritikbedürftiger Vorannahmen hinterfragt. Scherr zielt mit einer systemtheoretischen Erweiterung auf eine Weiterentwicklung einer gesellschaftskritischen Programmatik. Die Vorstellung mit wissenschaftlicher Rationalität die rationale Fundierung einer Kritik zu erreichen, die ermöglicht, Herrschaftsverhältnisse zu durchschauen und zu delegitimieren, sei mit poststrukturalistischen Analyse der Verschränkung von wissenschaftlicher Rationalität mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen (Foucault, Deleuze) obsolet geworden. Scherr teilt die Überzeug Luhmanns, dass es keinen normativen oder wissenchaftlich-rationalen Standort außerhalb der Gesellschaft geben kann, der Gewissheit hinsichtlich der objektiven Gültigkeit ihrer erkenntnisleitenden Annahmen und normativen Prämissen garantiert. Vielmehr bedürfte es einer selbstkritischen Vernunft, die, mit Luhmann gesprochen, „nicht an sich selber zu glauben beginnt“.</p>
<p>Der Verzicht auf normative und wissenschaftlich-rationale bestimmte Kritik kommt nach Scherr nicht einer irrationelen Vernunftsskepsis gleich. Vielmehr ist in Anschluss an Foucault (etwa 1992: Was ist Kritik?) zu fragen <em>„ob und wie Soziale Arbeit auf einem Wissen basiert und/oder an der Produktion eines wissens und an Praktiken beteiligt ist, die „Machtwirkungen annehmen“ und zur Legitimation von „Zwangsverfahren“ beitragen.“</em> (S.175) Eine entsprechende Perspektive zielt nicht auf die Delegimierung der Sozialen Arbeit, denn nach Foucaults Machtanalytik sind Macht und Zwang unaufhebare Momente von Sozialität, als vielmehr auf eine Distanz zu kritischen Selbstverständnissen, die sich aus der Reklamation moralischer und ethischer Grundsätze generieren. Eine Kritische Haltung kann eingenommen werden, wenn Machtbeziehungen und Herrschaftsverhältnisse problematisiert werden, in die die Soziale Arbeit einbezogen ist und zu deren Verfestigungen diese beiträgt und wenn die Begrenztheit etablierter Denk- und Handlungsweisen aufgezeigt werden, um so alternative Denk- und Handlungsmöglichkeiten zu entwicklen, die zur Veränderung beitragen. Auf normative Grundsätze bleibt  auch eine entsprechende kritische Soziale Arbeit zumindest partiell verwiesen. Denn für entsprechende Möglichkeiten sind „<em>ethische Entscheidungen, die unter Bedingungen der Unsicherheit zu treffen sind, unverzichtbar, die folglich als zu verantwortende Festlegungen – und nicht als alternativelose Ableitung aus unbestritbaren Tatsachen und Normen – auszuweisen sind.“ </em>(S.177)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mekin.wordpress.com/178/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mekin.wordpress.com/178/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=178&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>[review]&gt;&gt;G. Günther Voß / Hans J. Pongartz: Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitkraft?</title>
		<link>http://mekin.wordpress.com/2009/04/21/reviewg-gunther-vos-hans-j-pongartz-der-arbeitskraftunternehmer-eine-neue-grundform-der-ware-arbeitkraft/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 08:47:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pongartz und Voß entwickeln in ihrem Aritkel für die KZfSS die Figur des 'Arbeitkraftunternehmers', einem neuen Grundtypus der Ware Arbeitkraft. Die Debatte um die Arbeitskraftunternehmer durchzieht seit nunmehr 10 Jahren die Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Grund genug sich der sich der analytischen Kategorie, nicht aber dem gesellschaftlichen Leitbild Arbeitskraftunternehmer zuzuwenden. Denn eine Problematisierung des mit der "neuen Grundform der Ware Arbeitskraft" einhergehenden Wandel der Arbeitbeziehungen fällt eher schmal aus. Nichts destotrotz lassen sich mit Pongartz und Voß Konsequenzen einer fortschreitenden neoliberalen Umstrukturierung sowohl für die Ökonomie, für die Gesellschaft und für die Subjekte ausmachen und im Hinblick auf eine Problematisierung gesellschaftlicher Verhältnisse reinterpretieren.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=155&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-156" title="Kölner Zeitschrift für soziologie und Sozialpsychologie" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/koelner.gif?w=140&#038;h=184" alt="Kölner Zeitschrift für soziologie und Sozialpsychologie" width="140" height="184" /><strong>Voß, G. Günther/Pongratz, Hans J. (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der &#8222;Ware Arbeitskraft&#8220;? In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 50, 1/1998, S. 131-158. </strong></p>
<p>Pongartz und Voß entwickeln in ihrem Aritkel für die KZfSS die Figur des &#8216;Arbeitkraftunternehmers&#8217;, einem neuen Grundtypus der Ware Arbeitkraft. Die Debatte um die Arbeitskraftunternehmer durchzieht seit nunmehr 10 Jahren die Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Grund genug sich der sich der analytischen Kategorie, nicht aber dem gesellschaftlichen Leitbild Arbeitskraftunternehmer zuzuwenden. Denn eine Problematisierung des mit der &#8222;neuen Grundform der Ware Arbeitskraft&#8220; einhergehenden Wandel der Arbeitbeziehungen fällt eher schmal aus. Nichts destotrotz lassen sich mit Pongartz und Voß Konsequenzen einer fortschreitenden neoliberalen Umstrukturierung sowohl für die Ökonomie, für die Gesellschaft und für die Subjekte ausmachen und im Hinblick auf eine Problematisierung gesellschaftlicher Verhältnisse reinterpretieren.<span id="more-155"></span></p>
<p>Pongartz und Voß vermuten in Folge der von ihnen beschriebenen neuen Strategien der betrieblichen Nutzung von Arbeitsfähigkeiten die Grundform der Arbeitkraft im Wandel. Eine <em>&#8222;systematische erweiterte Selbst-Kontrolle der Arbeitenden&#8220;</em>, der <em>&#8222;Zwang zur forcierten Ökonomisierung ihrer Arbeitfähigkeiten&#8220;</em> und die <em>&#8222;Verbetrieblichung der alltäglichen Lebensführung&#8220;</em> bringen sie mit ihrer idealtypischen Figur des <em>&#8222;Arbeitskraftunternehmers&#8220;</em> auf den Begriff (S.130). Die bis in die 1970er und 80er Jahren dominante tayloristisches Form der Nutzung von Arbeitskraft wird zum Hindernis weiterer Produkivitätssteigerungen. In der Folge machen Unternehmen neue Ansprüche an Arbeitsnehmer_innen geltend: <em>&#8222;So werden Freiräume in der Arbeitseinführung eingeräumt, die für die Arbeitenden durchaus einen Autonomiegewinn bedeuten können, anderseits wird aber zugleich massiv der Leistungsdruck erhöht&#8220; </em>(S.134). Diese &#8222;fremdorganisierte Selbstorganisation&#8220; zielt darauf, <em>&#8222;durch den Übergang zu flexibilisierten, ergenisorientierten Auftragsbeziehungen das für die betriebliche Nutzung von Arbeitskraft fundementale Problem der </em>organisatorischen Sicherstellung der erfordlichen Arbeitsleistung<em> mit einer neuer Logik anzugehen&#8220;</em> (S.137, H.i.O.). Pongartz und Voß rekurrieren hier auf das &#8222;Transformationstheorem&#8220; nach Marx. Jedes Unternehmen muss nach dem Kauf der Ware Arbeitskraft Bedingungen schaffen, etwa in Form von Steuerung und Überwachung, um die allgemeine Arbeitskraft in die benötigte Arbeitsleistung zu überführen.</p>
<p>Die Transformation von Arbeitskraft in Arbeit wird im Fordismus vorallem über die von Taylor inspirierte Arbeitsphilosophie der vollständigen Kontrolle und Arbeitsteilung des Produktionsprozesses sichergestellt. Im wachsenden Maße wird in der Folge gerade das Gegenteil propagiert, <em>&#8222;was bisher eher vermeiden werden sollte: Freiräume schaffen, betriebliche Steuerung reduzieren und Selbstorganisation der Betroffenen fördern&#8220; </em>(S.138). Dies heißt selbstveständlich nicht, dass auf Kontrolle verzichtet wird, vielmehr werden indirekte Steuerungen effektiviert, strategische Parameter, wie Kosten und Produkivität gezielter kontrolliert, quantitative und qualitative Leistungsanforderungen erhöhrt, sowie Arbeitbedingungen wie z.B. die Ausdünnung der Personaldecke, Reduzierung von Einkommen und Sozialleistungen u.a. verschärft. <em>&#8222;Arbeitskraftverausgabung heißt im Zuge dieser Entwicklung immer weniger passive Erfüllung fremdgesetzter Anforderungen bei mehr oder minder geringen Gestaltungsspielräumen der Arbeitsausführung, sondern zunehmend das genaue Gegenteil: eine explizite und verstärkte aktive Selbssteuerung und Selbstüberwachung der eigenen Arbeit im Sinne allgemeiner Unternehmensanforderungen (&#8230;) bei nur noch rudimentären bzw. indirekten und auf öhere Systemebenen verlagerten Steuerungsvorgaben durch die Betriebe&#8220;</em> (S.139).</p>
<p>Die Arbeitnehmer_innen oder auch &#8222;Auftragnehmer&#8220; sehen sich zusätzlichen Anforderungen gegeübergestellt, z.B. erfordert die Flexibiliserung von Arbeitszeiten auch die eigen gestaltete zeitliche Strukturierung der Arbeit; den Arbeitenden selbst fällt die Herstellung und Regulierung interpersonaler Beziehungen zu, bspw. in Projektarbeiten; der Erwerb von beruflichen Qualifikationen wird in eigener auch finanzieller Verantwortung erwartet; die Fähigkeit zur Eigenmotivation wird vorausgesetzt; etc. (Vgl. S.141). Weiterhin wird die Ökonomisierung der Arbeitskraft erweitert: Der Arbeitkraftunternehmer muss in zunehmenden Maße sein einzig nutzbares Vermögen (die Arbeitskraft) dauerhaft auf eine witschaftliche Nutzung hin entwickeln und verwerten. Zwar musste Arbeitkraft schon immer verkauft werden, jetzt jedoch <em>&#8222;springt diese Anforderung auf eine neue Stufe, indem sowohl innerbetriebliche Märke für Arbeitskraft und Arbeit entstehen, auf denen sich die Träger des Arbeitsvermögens als Anbieter bewähren müssen, als auch immer mehr Arbeitskräfte auf wirklich offene, betriebsexterne Märkte gedrängt werden&#8220;</em> (S.142). Die Subsumtion von Arbeitskraft und Arbeit unter die Logik abstrakter ökonomischer Verwertung wird so durch die Betroffenen selbst organisiert, sie werden zu Unternehmer_innen ihrer Arbeitskraft.</p>
<p>Die Folge der erweiterten Ökonomisierung ist die umfassende, auf alle Ressourcen zielende, systematische Organisation des gesamten Lebenszusammenhangs. Diese Ressorucen schließen alle verwertbaren Potentiale von Geldvermögen über soziale Netzwerke bis hin zu Arbeitsleistungen weiterer Personen ein. Auf dieser Ebene deutet sich nach Pongartz und Voß an, dass es darum gehen muss, <em>&#8222;die Analyse des historischen Wandels der Verfassung von Arbeitskraft in ein umfassendes Modell zum Wandel des gesellschaflichen Verhältnisses von &#8222;Arbeit und Leben&#8220; zu integrieren</em>&#8220; (S.145). Die Dynamik geht nicht nur von Unternehmern aus, auch ein Wertewandel bezüglich der Arbeitsansprüche in Richtung Selbstbestimmung und Sinnbezug, der mit Betriebskonzepten konvergiert, muss in Rechnung gestellt werden; ferner die Schaffung von rechtlichen Voraussetzungen durch die neoliberale Arbeits- und Wirtschaftspolitik, sowie die Zunahme von Dienstleistungstätigkeiten, die andere Arbeitsformen notwendig machen. In Bezug auf den Wandel der Arbeitsverhältnisse und der Subjektanforderungen sehen Pongartz und Voß eine Veränderung der Verfassung von Gesellschaftlichkeit überhaupt: <em>&#8222;Im Arbeitskraftunternehmer zeigt sich in fast idealtypischer Weise der Übergang von einer primär normativen oder direkten Form der Vergesellschaftung zu einem Modus der Sozialregulierung und -integration, die auf eine zunehmende Selbstvergesellschaftung von Individuen beruht</em>&#8220; (S.153): Diese &#8222;subjektivierte Form der Regulierung und Stabilisierung&#8220; komme jedoch keineswegs einer bloßen Freisetzung aus Herrschaftszusammenhängen gleich (diese haben die Autoren durchaus im Blick), sondern auch erhöhten Anforderungen an eine Gestaltung der eigenen Lebenspraxis.</p>
<p>Problematisch ist die Entwicklungslogik aus der Pongartz und Voß den Arbeitskraftunternehmer betrachten. Diese erscheint als unumkehrbar und alternativlos, tatsächlich ist sie umstritten und bleibt letztendlich ein empirisch zu klärende Frage. Weiterhin lässt sich die Perspektive der Analyse kritisieren: Hier werden die beschriebenen Entwicklungen vorallem aus veränderten betrieblichen Anforderungen heraus erklärt, sie kommen so ökonomischen Zwängen gleich, zu denen sich die Individuen nur eingeschränkt verhalten können. Die Verbreitung des Arbeitskraftunternehmers wird zwar als ambivalent betrachtet, problematisch sehen die Autoren vorallem den unvollständigen Arbeitskraftunternehmer, deren Unterstützung eine gesellschaftliche Aufgabe sei. Gewerkschaftliche Interessevertretung wird hierbei kurzerhand auf individuelle Beratung reduziert. In dieser Argumenation geraten kollektive Handlungsspielräume, die im Interesse der Absicherung von Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen gegen eine Zurichtung nach betrieblichen Anforderungen, wie Selbst-Aktivierung, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung richten, aus dem Blick.</p>
<p>Mit der Figur des Arbeitskraftunternehmers lässt sich aber &#8211; anders als bei Pongartz und Voß &#8211; durchaus eine Kritik der neoliberalen Umstrukturierung formulieren. Zentrale Bezugspunkte lassen sich für die Analyse neuer gesellschaftlicher Leitbilder und Anforderungen in Folge der neoliberalen Umstrukturierung von Ökonomie und Gesellschaft und ihrer Bedeutung für die Subjekte heranführen. Hier liegt der Gewinn einer Auseinandersetzung mit Pongartz&#8217; und Voß&#8217; Arbeitskraftunternehmer. Die Frage stellt sich jedoch nicht, wie sich die Subjekte den Anforderungen bestmöglich anpassen, sondern wie mit oder auch gegen diese Entwicklungen subjektiven Bedürfnissen und Interessen Geltung verschafft werden kann.</p>
<p><a href="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/absolutebalkanizm_0409_1.pdf"></a></p>
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			<media:title type="html">Kölner Zeitschrift für soziologie und Sozialpsychologie</media:title>
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	</item>
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		<title>[review]&gt;&gt;Mario Candeias: Konjunkturen des Neoliberalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 19:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismuskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mario Candeias (2007): Konjunkturen des Neoliberalismus. In: Kaindl, Christina (Hg.), Subjekte im Neoliberalismus &#8211; Kritische Wissenschaften 2, Forum Wissenschaft Studien Bd.52, BdWi-Verlag, Marburg, S.9-18. Mario Candeias folgt in seinem Beitrag für den Sammelband &#8216;Subjekte im Neoliberalismus&#8217; zentralen Entwicklungslinien des Neoliberalismus. Dieser ist kein statisches Phänomen, sondern allen voran ein politisches Projekt, dem es in unterschiedlicher [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=149&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-123" title="subjekte_im_neoliberalismus" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/subjekte_im_neoliberalismus.jpg?w=140&#038;h=184" alt="subjekte_im_neoliberalismus" width="140" height="184" /><strong>Mario Candeias (2007): Konjunkturen des Neoliberalismus. In: Kaindl, Christina (Hg.), Subjekte im Neoliberalismus &#8211; Kritische Wissenschaften 2, Forum Wissenschaft Studien Bd.52, BdWi-Verlag, Marburg, S.9-18.</strong></p>
<p>Mario Candeias folgt in seinem Beitrag für den Sammelband &#8216;Subjekte im Neoliberalismus&#8217; zentralen Entwicklungslinien des Neoliberalismus. Dieser ist kein statisches Phänomen, sondern allen voran ein politisches Projekt, dem es in unterschiedlicher Weise gelang, Zuspruch größerer gesellschaftlicher Gruppen zu erreichen und so einen Prozess der Verallgemeinerung von Interessen zu organisieren. Unter dieser Perpektive lassen sich nach Candeias fünf Konjunkturen des Neoliberalismus unterscheiden, in denen in je spezifischer Weise über Zwang und Konsensproduktion versucht wurde, ein kohärentes Modell der Akkumulation und der Regulation von Widersprüchen herzustellen. Die gegenwärtige Krise ist aber nicht als Hegemonieverlust zu werten, vielmehr hält der neoliberale Konsens aufgrund des Mangels an alternativen Projekten.</p>
<p><span id="more-149"></span></p>
<p>War im Fordismus eine enge Kohärenz zwischen Kapitalverwertung und Reproduktion der Arbeiterklasse, Prodiktivitätsfortschritten und Lohnsteigerungen gegeben, verändern sich seit den 1980er Jahren das Akkumulationsregime und die Regulationsweisen gesellschaftlicher Widersprüche. Das Neue nicht nur als Dekonstruktion des Alten zu begreifen, wie es nach Candeias der Begriff des &#8216;Postfordismus&#8217; nahelegt, sondern eine qualitative Veränderung ins Zentrum der Theorie zu rücken, macht zum einen die Widersprüchlichkeit und Krisenhaftigkeit der Verhältnisse, zum anderen die, mit Gramsci gesprochen, Art und Weise der Regulation dieser Widersprüche über Zwang und Konsensproduktion deutlich. Diese verlaufen im Neoliberalismus keineswegs unumkämpft, vielmehr lassen sich fünf Konjunkturen unterscheiden:</p>
<ul>
<li><em>Erste Konjunktur:</em> Seit den 1980er Jahren wird durch neoliberale Reformen die Macht kollektiver gesellschaftlicher Organisationen begrenzt und die Freisetzung von Marktkräften in bisher nicht der Verwertungs- und Rationalisierungslogik unterworfenen Bereichen forciert. Sie zielen auf die Restauration des gesamten Ensembles gesellschaftlicher Verhältnisse, schaffen die Grundlagen der Transnationalisierung des Kapitals und befördern die Auflösung nationaler Kompromisse. Mit der Abwahl der konservativ-liberalen Regierungen in nahezu allen Industrieländern sehen zahlreische Autor_innen den Neoliberalismus als gescheitert an, <em>&#8222;unfähig, ein kohärentes Modell der Akkumulation mit entsprechender Form der Regulation zu etablieren&#8220;</em> (S.11). Tatsächlich offenbarten sich legitimatorische Defizite des &#8222;konservativ-orthodoxen Neoliberalismus. Die sozialen, ökologischen, ökonomischen Verwerfungen legen die strukturelle und klassenspezifische Selektivität und Korrespondenz mit den Interessen des Kapitals offen. Von einem &#8222;Tod des Neoliberalismus&#8220; (Hobsbawm) zu sprechen, übersieht dass es gelang, neoliberale Praxisformen in &#8222;transnationalen Herrschaftssysthesen&#8220; zu institutionalisieren (zu nennen sind hier WTO oder der Bedeutungswandel des IWF) und unterschätzt, dass fortan der Handlungspielraum der Bearbeitung gesellschaftlicher Widersprüche eingegrenzt und auf das durch neoliberale Ideologieproduktion geschaffene Terrain ökonomsicher Logik überführt werden.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Zweite Konjunktur:</em> Sozialdemokratischen Regierungen beziehen durch Abfederung der Verwerfung recht-konservativer Politik größere soziale Gruppen in einen &#8222;Klassenkompromiss der neuen Mitte&#8220; ein. Ohne die herrschende ökonomische Logik zu hinterfragen, wurde sich auf Innovationen, Produktivitätswachstum und Requalifizierung orientiert, um Stabilität und größere Kohärenz des Systems zu erreichen. <em>&#8222;Erst durch seine sozialdemokratische Form wurde der Neoliberalismus hegemonial verallgemeinert&#8220; </em>(S.13). Candeias sieht den Neoliberalismus <em>&#8222;mitnichten als eine reine Destruktivkraft&#8220;</em> (ebd.) wie etwa Bourdieu. Vielmehr entfaltet der Neoliberalismus produktive Kräfte, wie der Rücknahme tayloristischer Arbeitsteilung, damit Entlastung von belastender psychischer und physischer Arbeit oder der Entstaatlichung, als Überwindung von Bevormundung und Abhängigkeitsverhältnissen und gewinnt hierdurch Zuspruch für die Verwandlung &#8222;möglichst alles und jeden&#8220; in Ware.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Dritte Konjunktur:</em> Keineswegs gelang es eine Kohärenz dauerhaft dazustellen. Der Zuspruch zum radikalen gesellschaftlichen Umbau basiert auf dem Versprechen zukünftiger Prosperität und sicherer Existenzbedingungen. <em>&#8222;Eine solche Position kann jedoch niemals gewahrt werden ohne fortgesetzte Mobiliserung aller Ressourcen. Das Ziel wird nie erreicht, während die Konkurrenz und generische Krisen immer weiteren Verzicht, neue Einsparungen und Sozialkürzungen erforderlich machen&#8220;</em> (S.13). Die neoliberale Ideologie verliert an Zustimmung und gerät in die Krise.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Vierte Konjunktur:</em> Eine Krise traditioneller Ideologieelemente und Werte, wie Arbeit, Familie, Nation und Geschlecht artikuliert sich, ohne dass die neoliberale Regulationsweisen identiäre Sicherheiten bietet. <em>&#8222;Die mangelnde Repräsentation ihrer Interessen bringt wachsende Teile der Bevölkerung, insbesondere die bedrohten </em>Mittelschichten<em> in Gegnerschaft zur vorhandenen Form der Vergesellschaftung&#8220; </em>(S.15, H.i.O.). Ohnmachtsgefühle werden verstärkt und Sehnsüchte nach Selbstkohärenz äußern sich zum Teil gewaltsam. In der Schwäche der Linken droht die Situation nach rechts umzuschlagen.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Fünfte Konjunktur:</em> Die herrschende Gruppen verfolgen eine Politik der Absorbtion der Krise, in sie sie organisiert und so den neoliberalen Umbauprozess vertiefen. Als Ursachen werden unflexible Arbeitsmärkte, staatliche Überregulierung, der kostenintensive Sozialstaats usw. angeboten, die kaum in Frage gestellt werden, womit vermeitliche Lösungen vorstrukturiert werden, allen voran der weiter verschäfte Umbau der Gesellschaft, inklusive des Sozialstaates. Krise ist hier jedoch bei weitem noch nicht gleichbedeutend mit Hegemonieverlust, denn die Vorstellung, dass es keine Alternative zur gegenwärtigen Form der Vergesellschaftung gibt, wird keineswegs von größeren Gruppen problematisiert. Dies hat zum einen damit zu tun, dass eine Rückkehr zu alten Formen durch 30 Jahre neoliberaler Politik verunmöglicht wurde, es aber auf der anderen Seite auch an über den neoliberalen Rahmen und &#8222;sozialdemokratische Symbolpolitik&#8220; hinausweisende linke Perspektiven und Projekten mangelt.</li>
</ul>
<p>Perpektivisch nicht auszuschließen ist, dass der Neoliberalismus, dessen Potential noch längst nicht ausgeschöpft scheint, neue Konsensangebote entwickelt oder gar gewaltförmige Lösungen provoziert. Letztere deuten sich in der Betonung von Zwangselementen, wie der verschäften Asylgesetzgebung, Ausdehnung von Sicherheitsapparte oder der Militarisierung der Außenpolitik bereits an. In Zeiten der Schwäche radikal linker Perspektiven, erhält der Mangel an alternativen Projekten den brüchigen Konsens.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mekin.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mekin.wordpress.com/149/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=149&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>[review]&gt;&gt;Michael May: Unternehmer seiner selbst: Die neoliberale Variante von Selbstbildung, Eigenverantwortung und Autonomie</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 09:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Michael May (2003): Unternehmer seiner selbst: Die neoliberale Variante von Selbstbildung, Eigenverantwortung und Autonomie. In: Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich. Heft 89, 23.Jg, 3/2003, S. 75-92. Die Reformulierung zentraler ehemals kritischer Begriffe der Bildungstheorie im Rahmen des Neoliberalismus, verläuft nicht widerspruchsfrei. Die neuen Schlüsselbegriffe wie Selbstbildung, Employability und Eigenverantwortung bieten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=135&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-136" title="Widersprueche Heft 89" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/widersprueche89.gif?w=140&#038;h=184" alt="Widersprueche Heft 89" width="140" height="184" /><strong>Michael May (2003): Unternehmer seiner selbst: Die neoliberale Variante von Selbstbildung, Eigenverantwortung und Autonomie. In: Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich. Heft 89, 23.Jg, 3/2003, S. 75-92.</strong></p>
<p>Die Reformulierung zentraler ehemals kritischer Begriffe der Bildungstheorie im Rahmen des Neoliberalismus, verläuft nicht widerspruchsfrei. Die neuen Schlüsselbegriffe wie Selbstbildung, Employability und Eigenverantwortung bieten Ansazpunkt für eine kritische Bildung<strong>. </strong>Mit Verweis auf den neoliberalen Restrukturierungsprozessm dem nicht zuletzt auch die Bildung unterworfen ist, zeigt Michael May in der <a title="Zeitschrift Widersprüche" href="http://www.widersprueche-zeitschrift.de">Zeitschrift Widersprüche</a><strong> </strong>Perspektiven einer gegen den ökonomistischen und rationalistischen Zugriff gewendeten Bildungsarbeit auf.</p>
<p><span id="more-135"></span></p>
<p>Ehemals kritische Begriffe der Bildungstheorie wie &#8216;Autonomie&#8217;, &#8216;Selbstbestimmung&#8217; und &#8216;Eigenverantwortlichkeit&#8217; werden im neoliberalen Bildungsdiskurs aufgegriffen, jedoch ihrer zentralen gesellschaftsverändernden Perpektiven entledigt. Ging es der &#8222;klassischen Emanzipationspädagogik&#8220; darum, Bildung als Einheit allgemeiner und individueller Geschichte zu fassen und veränderte gesellschaftliche Bedingungen und Organisationsformen zu fordern, werden &#8216;Autonomie&#8217; und andere Konzepte reformuliert als Handeln innerhalb gegebener gesellschaftlicher Strukturen (Vgl. 77f). Kritiker_innen des Neoliberalismus weisen den Zugriff der Verwertungsorientierung auf Bildungsprozesse mit dem Verweis, dass diese anderen Logiken und Zeitstrukturen folge, zurück. Der Verallgemeinerung der Rationalität des Marktes wird die Forderung entgegengebracht <em>&#8222;die Eigenlogik der Bildung und die mit ihr verbundenen humanen Wert und sozialen Bezüge als Selbstregulierung der Gesellschaft wieder stärker zu akzentuieren</em>&#8220; (S.79f). Diese Argumentation läuft jedoch auf eine Reproduktion der theoretischen Trennung von Ökonomie und Politik hinaus, die selbst Teil des neoliberalen Projekts ist und sich unter dem Stichwort &#8222;mehr Markt = weniger Staat&#8220; fassen lässt. Nicht erfasst werden hierdurch qualitative Veränderungen in den ökonomischen und politischen Sphären. Neoliberalismus kann nicht allein als Deregulierung verstanden werden, vielmehr als eine Reorganisation des Akkumulationsregimes, die neue Anforderungen an den Gegenstand des Bildungswesen stellt und als einer anderen Regulationsweise, die zu einer Restrukturierung der Bildung unter marktförmigen Bedingungen führt (Vgl. S.80). Die neoliberale Umgestaltung des Bildungswesen ist daher durchaus als politisches Projekt zu verstehen, das auf das staatlich organisierte Bildungswesen zielt und dieses in einen kommerzialisierten Ausbildungsmarkt zu überführen versucht. Hintergrund ist nicht zu letzt das Bestreben der Wirtschaft, Kosten zur Herstellung der im Produktions- und Verwertungsprozess geforderten Qualifikationen durch Befreiung von Steuer- und Abgabeleistungen auf andere zu verlagern. <em>&#8222;Dabei geht es um nichts anderes, als dass mit hohem gesellschaftlichen Aufwand hergestellte Qualifikationen im Rahmen von Verwertungsinteressen privat anzueigenen versucht werden&#8220;</em> (S.81). Beispielhaft ist das Bestreben, Kosten für Bildung und Qualifizierung im (neoliberalen) Sinne von &#8216;Eigenverantwortung&#8217; den Lernenden selbst aufzubürden.</p>
<p>Auch in der neoliberalen Restrukturierung wird die Notwendigkeit eines über formalisierte und an Nowendigkeiten des fordistischen Akkumulationsregimes orientierten Wissensvermittelung hinausgehenden Lernens herausgehoben. <em>&#8222;Ganz unverblümt geht es dabei um solche eher betriebswirtschaftlichen Aspekte wie Flexibilität, Leistungssteigerung und Wettbewerbsorientierung in der globalisierten Wissensgesellschaft&#8220;</em> (S.82). Die geforderte neue Lernkultur beleibt auf den Formationswandel kapitalistischer Vergesellschaftung und seines neuen Typus des Lohnabhängigen der &#8222;Arbeitskraftunternehmer_innen&#8220; bezogen. Exemplarisch führt May die sog. &#8222;Employability&#8220; als einer der neuen Schlüsselqualifikationen heran: Hatte das Konzept der &#8216;Beruflichkeit&#8217; im foridistischen Akkumulationsregime eine zentrale organisierende Funktion über die mithin lebenslange Anerkennung erworbener Fähigkeiten, zeitigt sich im Bezug auf Employability die Wendung hin zu kurzfristiger Verwertbarkeit durch Modularisierung und Teilqualifikationen, die durch die Betroffen selbst in Anbetracht sich wandelnder Beschäftigungsbedingungen vorzunehmen sei (Vgl. 82f.). Somit steht <em>&#8222;Employability auch für eine Individualisierung gesellschaftlicher Orientierungsmuster und damit zugleich für die Privatisierung ehemals politisch zu bearbeitender Problemlagen&#8220;</em> (S.83). Diese Anpassung an gegebene gesellschaftliche Verhältnisse als Zentrum neoliberaler Politik im Bildungsbereich wird zudem nicht mehr über eine Unterdrückung von Subjektivität erreicht, statt Zwang steht, wie sich im Anschluss an die Gouvernementalitäts-Studien reformulieren lässt, ein &#8222;Regieren über Verantwortungszuschreibung und Aktivierung des Engagements&#8220;.</p>
<p>Die Unterwerfung des Bildungswesen unter rationalistische Kalküle eröffnet aber auch Widerspruchspotentiale.</p>
<ul>
<li>May sieht es als eine zentrale Erkenntnis bisheriger Erfahrungen mit Bildungsindikatoren, Hochschulrankings und Evaluationsstudien an, dass eben Bildung nicht messbar ist.<em> &#8222;Daraus lässt sich eine Widerstandslinie aufbauen gegen den Versuch, (&#8230;) den Bedarf an Personal und Ausstattung output-orientiert zu bestimmen&#8220; </em>(S.89)</li>
<li>Auch im Hinblick auf die Forderung nach Abschaffung bürokratischer Hemmnisse eröffnen sich Chancen, um diese im Sinne der Forderungen kritischer Bildungstheorie zu wenden. Denn wenn <em>&#8222;der Aufenthalt an (Hoch-)Schulen nicht mehr mit (angestrebten) Zertifikaten legitimiert werden mpsste, stellte sich die Frage, wie stark Prüfungen und Zeugnisse von den Sich-Bildenen überhaupt noch &#8222;nachgefragt&#8220; würden, und welche Chance das nicht auch für andere Bildungsgehalte und -formen eröffnete</em>&#8220; (ebd.).</li>
<li>Auch lässt sich die Forderung kritischer Bildung nach Durchlässigkeit der Bildungseinrichtungen, mit dem Ziel Selektivität zu vergeringern, aufgreifen. Diese ist auch im Interesse derjenigen, die das sog. Humankapital effektiver ausschöpfen wollen, trotz der Bedrohung eigener herrschaftlicher Privilegien.</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend geht es May darum, die Prozesse der Reorganisation der Bildung samt ihrer zentralen Konzeptionen nicht nur kritisch zu verfolgen, sondern an sich hieran offenbarenden Widerspruchspotentialen anzuknüpfen, Handlungsperspektiven zu entwicklen und zentralen Forderungen einer kritischen Bildung Geltung zu verschaffen, ohne der Illusion zu unterliegen, dass durch die Bildungsarbeit allein die Gesellschaft verändern könne. Sie kann aber sehr wohl einen Beitrag liefern, Bildung wie eingangs beschrieben als Einheit allgemeiner und individueller Geschichte zu fassen und somit das widersprüchliche Konstituionsverhältnis von Gemachten und Machbaren aufzuzeigen.</p>
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		<title>[review]&gt;&gt;Christina Kaindl: Dabei sein, frei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 12:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Christina Kaindl (2007): Frei sein, dabei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus. In: dies (Hg.), Subjekte im Neoliberalismus, Forum Wissenschaft Studien, BdWi-Verlag, S.141-161. (Verlagsinformationen) Die sich unter neoliberalen Vorzeichen verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse greifen in besonderer Weise auf die Subjekte zu. In Anbetracht einer ambivalenten Gleichzeitigkeit des Versprechens von Freiheit und Selbstbestimmung und der Zurichtung der Individuen nach [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=124&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-123" title="subjekte_im_neoliberalismus" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/subjekte_im_neoliberalismus.jpg?w=140&#038;h=184" alt="subjekte_im_neoliberalismus" width="140" height="184" /><strong>Christina Kaindl (2007): Frei sein, dabei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus. In: dies (Hg.), Subjekte im Neoliberalismus, Forum Wissenschaft Studien, BdWi-Verlag, S.141-161. (<a href="http://www.bdwi.de/verlag/gesamtkatalog/763521.html" target="_blank">Verlagsinformationen</a>)</strong></p>
<p>Die sich unter neoliberalen Vorzeichen verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse greifen in besonderer Weise auf die Subjekte zu. In Anbetracht einer ambivalenten Gleichzeitigkeit des Versprechens von Freiheit und Selbstbestimmung und der Zurichtung der Individuen nach Verwertungskriterien, stellt sich die Frage, wie Subjektivität im Neoliberalismus theoretisch gefasst werden kann. Christina Kaindl geht es in ihrer Auseinandersetzung mit Theoretisierungen der neuen Subjektanforderungen und aktual-empirischer Untersuchen, die Individuen nicht als Objekte gesellschaftlicher Anforderungen zu begreifen, sondern die Vermittlung von gesellschaftlicher Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung mit Bezug auf die kritisch-psychologischen Vermittlungskategorie Handlungsfähigkeit herauszuarbeiten. Hierdurch verdeutlicht sich wie gesellschaftliche Bedeutungsstrukturen Relevanz für die Individuen gewinnen, d.h. warum neoliberale Diskurse handlungswirksam für die Individuen werden, wo aber auch Brüche, Widersprüche und Widerstände deutlich werden, die Ansatzpunkt für eine Entwicklung alternativer Denk- und Handlungsmöglichkeiten sein können, um Personalisierungen und unhinterfragte Übernahme gesellschaftlicher Zumutungen zurückzuweisen.</p>
<p><span id="more-124"></span></p>
<p>Theoretische Annährungen an die veränderten Anforderungen an die Subjekte im Zuge der sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse werden vorallem durch die Gouvernementalitätsstudien im Anschluss an die Arbeiten <em>Michel Foucaults</em> untersucht. Foucault geht es zwar darum: <em>&#8222;den Menschen zu zeigen, dass sie weit freier sind, als sie meinen; dass sie Dinge als wahr und evident akzeptieren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte hervorgebracht worden sind&#8220;</em> (Foucault zit. nach Kaindl, 143), der Zusammenhang der von Foucault untersuchten ökonomischen, sozialen, kulturellen und technischen Prozessen und den Möglichkeiten der Subjekte sich zu gesellschaftlichen Bedingungen zu verhalten, bleibt aber weitgehend unberücksichtigt. Foucault geht zwar nicht soweit, die Menschen als von den Strukturen determiniert zu erachten, aber die Möglichkeitsbeziehung zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und subjektiven Handlungsgründen in ihrer historischen-konkreten Form, wird von ihm als &#8222;Subjektkonstitution&#8220; gedacht und ins Subjekt hineinverlagert. Die Perspektive der Veränderung von gesellschaftlichen Strukturen im Spannungsfeld von objektiver Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung ist so schwer zu denken.</p>
<p><em>Luis Althusser</em> hingegen versucht, die historische Veränderbarkeit von Ideologien und somit politische Handlungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. Im Anschluss an Subjektivierungsvorstellung von Jaques Lacan, beschreibt er die Konstituierung von Subjektivität als Anrufungspraxen, dergemäß nicht nur ideologische Staatsapparate, sondern auch Organisationen der Arbeiterklasse zu Instanzen werden, die die Individuen als Subjekte anrufen. Unklar bleibt jedoch, wie eine Organisationierung, die sich den hegemonialen Diskursen entzieht und entgegensetzt, überhaupt beginnen kann. Problematisch erscheint hier vorallem der Bezug auf psychoanalytische Konzeptionen, nach denen Individuen als ungesellschaftliche und Gesellschaften, als notwendigerweise unterdrückende, entgegengesetzt werden und somit eine Entfremdung der Subjekte als schon immer existierend und notwendig, wenn nicht notwendigerweise naturalistisch, aber zumindest kulturell tradiert angenommen wird. Die damit einhergehende Ontologisierung von Untersdrückungserfahrungen <em>&#8222;verstellt damit eine mögliche subjektwissenschaftliche Perspektive, die fragen könnte, in welcher Weise welche konkreten Erfahrungen dazu führen, dass eine Überschreitung der Grenzen der herrschaftlich nahe gelegten Handlungsoptionen mir unerreichbar, uninteressant, schlicht unfunktional erscheinen&#8220;</em> (S.146).</p>
<p>Demgegenüber lässt sich durch die <em>kritisch-psychologische</em> Konzeption von Handlungsfähigkeit, mit den Begriffspolen restriktive und verallgemeinerte Handlungsfähigkeit analytisch aufschlüsseln unter welchen Prämissen die Individuen herrschaftliche Anforderungen realisieren. Kaindl versteht die Kategorie der Handlungsfähigkeit, in der die Vermittlung von Struktur und Handlung denkbar wird, als Gegenkonzept zu Vorstellungen, die die Unterordnung der Subjekt in deren &#8222;Natur&#8220; verlagern. Die Gouvernementalitätsansätze vermögen es durchaus die Verkopplung und wechselseitige Konstitution von Machttechniken, Wissensformen und Subjektivierungsprozessen zu fassen, die Frage warum sich etwa neoliberale Denkweisen gesellschaftlich hegemonial werden, kann aber schwer bearbeitet werden. Auch wenn in den Gouvernementalitätsstudien Subjekte im allgmeinen nicht zu Wort kommen, sind sie dennoch als Bedeutungsanalysen für die den Subjekten &#8222;zugewandte Seite&#8220; der strukturierten Welt und die in ihr eingelassenen Handlungsmöglichkeiten und -beschränkungen interessant. Um jedoch zu klären warum die Subjekte sich im Rahmen restriktiver Handlungsfähigkeit in Absehung verallgemeinerter Interessen mit gesellschaftlichen Zurichtungen arrangieren, also neoliberale Anforderungen an die Individuen als Prämissen in deren Handlungsbegründungen eingehen, bedarf es der Reinterpretation von Gouvernementalitätsstudien im Hinblick auf darin enthaltende Prämisse-Gründe-Zusammenhänge, wie Kaindl an einigen aktual-empirischen Studien aufzeigt:</p>
<ul>
<li>In den <em>SIREN-Untersuchungen</em> zu Veränderungen der Anforderungen in der Arbeit und rechtspopulistischen Denkweisen (hierzu Hentges u.a., The Abandoned Worker &#8211; Socio-economic Change and the Attraction of Right-wing Populism. European Synthesis Report on Qualitative Findings, Wien 2003) lässt sich erklären wie neoliberale Subjektanforderungen ihre hegemoniale Bindungskraft entfalten. Im Zuge der Reorganisation der Arbeitsorganisation von Unternehmen, etwa der Durchsetzung der just-in-time-Produktion, werden für die Beschäftigten fremdgesetzte Anforderungen, bspw. die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen durch den Bedarf nach flexibler Arbeitskraft, mit Beschäftigteninteressen, vorallem der Rücknahme extremer tayloristischer Arbeitsteilung und Befreiung aus Monotonie und Fremdbestimmung, verknüpft. Die sich aus der Restruktierung der Unternehmen ergebenen Zumutungen für die Beschäftigten, die sich in Unsicherheit, Stress und Entwertung von Qualifikationen ausdrücken, gewinnen so eine subjektive Relevanz, die es ermöglicht diese Anforderungen im eigenen Interesse zu übernehmen.</li>
<li>In Luc Boltanskis und Eve Chiapellos Untersuchungen zum &#8222;neuen Geist des Kapitalismus&#8220; wird Peter Hartz&#8217; &#8222;Job Revolution&#8220; (2001) im Sinne der Gouvernementalitätsstudien untersucht. Auch wenn in der Studie nichts darüber ausgesagt ist, wie &#8222;Zumutbarkeit&#8220;, &#8222;Eigenverantwortung&#8220; und &#8222;Aktvierung&#8220; als zentrale Konzepte der sog. &#8222;Hartz-Kommission&#8220; als Leitbild auch sozialstaatlicher Diskurse hegemonial werden konnten, sind die angesprochenen Dimensionen für Bedingungs-Bedeutungsanalysen interessant. Der Versuch die neuen Subjektanforderungen, die mit technischen Neuerungen der Produktion einhergehen, zu gesellschaftlichen Leitbildern zu verallgemeinern, verläuft nicht in einem Automatismus, sondern ist auf Vermittler in politischer und Zivilgesellschaft angewiesen, was als Verweis auf die Notwendigkeit einer Reinterpretation der nahegelegten Bedeutungen als Denk- und Handlungsmöglichkeiten, zu denen sich Individuen verhalten könnne, zu lesen ist.</li>
<li>Auch in <em>Barbara Ehrensreich</em> Studien zu Qualifizierung und Selfmanagement (hierzu, dies., Qualifiziert und arbeitslos, München 2006), in der eine scheinbar widerstandslose Durchsetzung der Individualisierungs- und Employability-Ideologien in Trainingskursen geschildert werden, lassen sich Möglichkeitsbeziehungen sichtbar machen. Dass entsprechende Denkweisen, etwa Misserfolg als Mangel an Erfolgsausstrahlung zu verstehen, eben trainiert werden müssen und es einiger &#8222;Demütigungen&#8220; und &#8222;psychologischer Spielchen&#8220; bedarf, bis die TeilnehmerInnen die präsentierten Anforderungen als Prämissen ihres Denkens und Handelns übernehmen, verweist auf potentielle Widerstände. <em>&#8222;Die Wahrnehmung einer &#8222;bruchlosen&#8220; Durchsetzung individualistischer Denkweisen wird so reformulierbar als Frage an Hegemonieverhältnisse innerhalb der Bedeutungsstrukturen und Denkangebote (&#8230;)&#8220;</em> (155).</li>
<li>Im Rahmen der<em> Studie &#8222;Gesellschaft mit beschränkter Haftung&#8220;</em> (Schultheis/Schulz, Konstanz 2005) zur Prekarisierung von Arbeitsbedingungen von Kulturarbeiter_innen lassen sich neue Emotionalitätsdispositive aufzeigen. Galten für den Fordismus noch Anforderungen die Emotionalität zu verinnerlichen und dadurch den erkenntnisleitenden Charakter von Emotionalität für konkrete Handlungen zu suspendieren, werden in neoliberalen Mobilisierungsdiskursen Gefühle profanisiert und als jederzeit einsetzbar proklamiert. <em>&#8222;Sie werden (auch hier) nicht als Bewertung der Situation gedacht, sondern müssen unabhängig davon zum Handeln unter fremd gesetzten Zielen befähigen, sind Teil von Selbstinstrumentalisierungen, die die geforderten Handlungen &#8211; aktiv, kreativ, demütigend &#8211; berreitstellen können&#8220;</em> (157). In diesem Zusammenhang gehe es im Neoliberalismus auch weniger darum, herrschende Verhaltensweisen &#8222;zu oktroyieren&#8220;, <em>&#8222;als vielmehr die Subjekte zu mobilisieren, sich die von anderen definierten Probleme selbstständig zu eigen zu machen bzw. selbst aus den sachlichen Gegebenheiten abzuleiten (&#8230;)&#8220;</em> (ebd.).</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend lässt sich nach Kaindl festhalten, dass die Wirkmächtigkeit neoliberale Konzepte und Zumutungen an Wünsche und Interessen nach Befreiung und Bevormundung anknüpft und so ermöglicht, dass sich Menschen aus Erfahrungen restriktiver fordistischer Verhältnisse am Projekt Neoliberalismus im eigenen Interesse beteiligen. Nur wird die Realisierung eigener Wünsche an den Markt deligiert und Selbstverwirklichung nimmt unter der Verwertungsbedingungen einen Zwangscharakter an, ist wenn überhaupt nur in den eng gesetzten Rahmen der Marktförmigkeit möglich. Um die Übernahme gesellschaftlicher Zumutungen und Personalisierungen zurückzuweisen, müssen gesellschaftliche Repräsentationen von Kritik, Utopie und Veränderungsmöglichkeiten überhaupt wahrnehmbar sein, um potentiell als Prämissen in Handlungsbegründungen einzugehen. Diese sind aber nur thematisierbar wenn Anforderungen an Subjekte im High-Tech-Kapitalismus theoretisch so begriffen werden, dass die Widersprüchlichkeit von restrikitven und verallgemeinerten Handlungsmöglichkeiten sichtbar und denkbar gemacht wird.</p>
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		<title>[review]&gt;&gt;Markus Wieck: Unbewältigte Übergangsproblem in der Berufsbildung: Vertiefung sozialer Spaltungen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 13:28:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Markus Wieck (2007): Unbewältigte Übergangsprobleme in der Berufsbildung: Vertiefung sozialer Spaltungen, in: Jugend Beruf Gesellschaft, Zeitschrift für Jugendsozialarbeit, 58. Jg., H. 2/2007, S. 118-130. Das deutsche Berufsausbildungssystem galt Jahrzehnte als vorbildlich. Die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre, insbesondere die zunehmenden Problemen von Jugendlichen im Übergang von Schule in voll qualifizierte Ausbildungen, stellen das Ausbildungssystem in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=118&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-117" title="Jugend Beruf Gesellschaft" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/04/fachzeitungcom-gfxu-1018252697.jpg?w=500" alt="Jugend Beruf Gesellschaft"   /><strong>Markus Wieck (2007): Unbewältigte Übergangsprobleme in der Berufsbildung: Vertiefung sozialer Spaltungen, in: Jugend Beruf Gesellschaft, Zeitschrift für Jugendsozialarbeit, 58. Jg., H. 2/2007, S. 118-130. </strong></p>
<p>Das deutsche Berufsausbildungssystem galt Jahrzehnte als vorbildlich. Die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre, insbesondere die zunehmenden Problemen von Jugendlichen im Übergang von Schule in voll qualifizierte Ausbildungen, stellen das Ausbildungssystem in Frage. <a href="http://www.sofi-goettingen.de/?id=551" target="_blank">Markus Wieck</a> nähert sich in seinem Artikel für die mittlerweile eingestellte Zeitschrift <em>Jugend Beruf Gesellschaft</em> zentralen Problemfeldern u.a. der Stagnation dualer Berufsausbildungen, bei gleichzeitiger Expansion der Übergangssystem an und diskutiert deren Bedeutung für Entwicklungen sozialer Disparitäten.</p>
<p><span id="more-118"></span></p>
<p>Das deutsche Berufsausbildungssystem ist in drei Sektoren gegliedert: <em>duales System</em> (betriebliche Ausbildung in Begleitung teilzeitberufsschulichen Unterrichts), <em>Schulberufssystem</em> (vollzeitschuliche Form) und <em>Übergangssystem</em> (Bildungsangebote ohne anerkannten Ausbildungsabschluss). Die Verteilung der Neuzugänge macht einen Rückgang der Bedeutung des dualen Ausbildungsplatzangebots deutlich (der Anteil verringerte sich zwischen 1994 auf 2004 um 8 Prozent auf nunmehr 43%), gleichzeit expandieren, sowohl das Schulberufssystem (Zunahme von 30.000 Neuzgängen) und vorallem das Übergangssystem (über 140.000 Neuzugänge). Das Übergangssystem hat mittlerweile eine ähnliche hohe Bedeutung wie duale Ausbildungsgänge (39%).</p>
<p>Das Übergangssystem selbst, ist ein heterogener Sektor,<em> &#8222;dessen Unterschiede hinsichtlich der enthaltenden Bildungsgänge, in Bildungsziel und Teilnehmerstruktur allerdings von der Gemeinsamkeit überlagert werden, dass sie keinen qualifizierenden Abschluss vermitteln</em>&#8220; (S.120). Die Expansion des Übergangssystems bedeutet eine Erhöhung der Unsicherheit von Jugendlichen, vorallem im Übergang in den Beruf zu scheitern. Entsprechende Auswirkungen auf die Motivationslage lassen sich an Teilnehmer_innen von Bildungsangeboten, als auch an Schüler_innen mit unterdurchschnittlichen Chancen auf einen Ausbildungsberuf vermuten. Der Anspruch des dritten Sektors, die Mehrheit der Teilnehmer_innen auf eine voll qualifizierte Ausbildung vorzubereiten, so zeigt Wieck mit Bezug auf aktualempirische Studien, wird verfehlt, stattdessen handele es sich vielmehr <em>&#8222;um den Einstieg in eine Phase der Unsicherheit, die oft von &#8222;Maßnahmenkarrieren&#8220; geprägt ist&#8220;</em> (S.121).</p>
<p>Problematisch ist diese Entwicklung nicht nur im Hinblick auf die Prekarisierung von Ausbildungs- und Erwerbsarbeits&#8220;karrieren&#8220;, sondern auch auf verschärfte soziale Dispariäten.</p>
<ul>
<li>Zunächst zeigt sich eine <em>qualifikatorische Segementierung</em>. Betroffen sind allen voran Jugendliche mit und ohne Hauptschulabschluss. Die vormalige Stärke des deutschen Berufsausbildungssystems, auch sog. bildungsschwächere Jugendliche zu integrieren, wandelt sich im Zuge des Ausbaus des Übergangssystem zu einer <em>&#8222;instituionalisierten Ausgliederung dieser sozial und marktbenachteiligten Jugendlichen in eine Parallelsystem&#8220;</em> (S.123).</li>
<li>Deutliche Unterschiede zeigen sich auch im Hinblick auf den <em>Migrationshintergrund</em>, seit Mitte der 1990er Jahre sinkt ihr Anteil in dualen Berufsausbildungsgängen. Chancen von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund eine vollqualifizierte Ausbildung zu besuchen sind immer noch doppelt so hoch. Mit Bezug auf weitere empirische Untersuchungen lässt sich aufzeigen, dass diese Verteilung allen voran der Einstellungspraktiken von Ausbildern geschuldet sind (Vgl. 124f).</li>
<li>Dementgegen haben<em> Geschlechterdisparitäten</em> abgenommen, junge Männer sind mittlerweil im Übergangssystem überrepräsentiert. Dies ist mit einem generell sinkenden Bildungsniveau von jungen Männern im Vergleich zu jungen Frauen  verbunden. Wieck geht davon aus, dass ohne gezielte Intervention sich Benachteiligungen für gering qualifizierte männliche Jugendliche verschärfen werden. An dieser Stelle unberücksichtigt bleiben jedoch die Unterschiede in der Qualität der Berufsausbildung, damit auch strukturelle Benachteiligungen von Frauen im Hinblick auf die Wahl der Berufsausbildungsgänge und der Entlohnung.</li>
</ul>
<p>Wieck kritisiert in der Diskussion der Ursachen für die beschriebenen Entwicklungen einen Diskurs um vermeintlich fehlende Ausbildungsreife von Jugendlichen, <em>&#8222;allein die Größenordnung des Übergangssystems, mit fast einer halben Million Teilnehmer, sollte vor der Gefahr der Individualisierung der strukturellen Problemlagen warnen&#8220;</em> (S.128). Eine bedeutende strukturelle Problemlage sieht Wieck im mangelnden Ausbildungsplatzangebots des dualen Systems, die Ursachen der Krise des Ausbildungssystems gehen aber über den Angebotsmangel hinaus. Von Bedeutung, insbesondere auch für die sozialen Selektionsprozesse sind sowohl die Anhebung des Durchschnittsbildungsniveaus, als auch die institutionelle Ausdifferenzierung des Ausbildungssystems.</p>
<p>Die Problemlagen des Ausbildungssystems werden sich nicht durch verbesserte Kompetenzen und das Warten auf einen demografisch bedingten Rückgang der Nachfrage lösen lassen. Vielmehr bedürfe es einer Änderung struktureller Rahmenbedingungen, etwa der Zusammenarbeit des Allgemeinbildungs- und Berufsbildungssystems und einer Reorganisation der Berufsbildung mit dem Ziel berufsvorbereitenden Maßnahmen tatsächlich anschlussfähig an das Berufsbildungssystem zu machen. Von Wieck unbesprochen, bleiben jedoch Handlungsmöglichkeiten, etwa politisch Maßnahmen, die auf die ebenfalls durch strukturelle Entwicklungen bedingte Abnahme qualifizierter Ausbildungen Einfluss nehmen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mekin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mekin.wordpress.com/118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=118&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Jugend Beruf Gesellschaft</media:title>
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		<title>[review]&gt;&gt;Cora Herrmann: Neoliberale Sicherheiten, neoliberale Qualitäten. Die Neuausrichtung der Sozialen Arbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 12:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheitsdiskurs]]></category>
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		<description><![CDATA[Cora Herrmann (2006): Neoliberale Sicherheiten, neoliberale Qualitäten. Die Neuausrichtung der Sozialen Arbeit. In: Fantômas, magazin für linke debatte und praxis, Heft 9, S.20-22. Die Durchsetzung neoliberaler Steuerungsstrategien setzen sich gesamtgesellschaftlich immer weiter durch. Dass hiervon auch die Soziale Arbeit nicht unbetroffen bleibt, diskutiert Cora Herrmann in einem Beitrag für das mittlerweile eingestellte &#8222;Magazin für linke [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=109&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-110" title="Fantomas - magazin für linke debatte und kritik" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/03/fant009.jpg?w=140&#038;h=184" alt="Fantomas - magazin für linke debatte und kritik" width="140" height="184" /><strong>Cora Herrmann (2006): Neoliberale Sicherheiten, neoliberale Qualitäten. Die Neuausrichtung der Sozialen Arbeit. In: Fantômas, magazin für linke debatte und praxis, Heft 9, S.20-22.</strong></p>
<p>Die Durchsetzung neoliberaler Steuerungsstrategien setzen sich gesamtgesellschaftlich immer weiter durch. Dass hiervon auch die Soziale Arbeit nicht unbetroffen bleibt, diskutiert <a href="http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=9102" target="_blank">Cora Herrmann</a> in einem Beitrag für das mittlerweile eingestellte &#8222;Magazin für linke Debatte und Praxis&#8220; <a href="http://www.akweb.de/fantomas/" target="_blank">Fantômas</a> (Heft 9). Die &#8222;Ökonomisierung des Sozialen&#8220; führt in der Qualitätsdebatte zu einer Verschiebung der Aufmerksamkeit von &#8222;fachlichen Standards&#8220; hin zu Effektivität und Effizienz. Diese Entwicklungen gilt es nach Herrmann zu problematisieren.</p>
<p><span id="more-109"></span></p>
<p>Als Antwort auf die vermeitliche Krise der öffentlichen Verwaltung werden in zunehmenden Maße Kosten-Nutzen-Rechnungen und Marktkriterien auch auf Entscheidungsprozesse im Bereich der Sozialen Arbeit ausgedehnt. Das Soziale und das Ökonomische fallen ineinander. Die Soziale Arbeit steht mittlerweile vor der Herausforderung, sowohl die Wirksamkeit, als auch ihre Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Paradigmatisch lassen sich hier die &#8222;Neuen Steuerungsmodelle&#8220; öffentlicher Verwaltungen (NSM) heranführen. Zentrale Elemente wie &#8222;Marktorientierung&#8220;, &#8222;Ergebnissteuerung&#8220; oder &#8222;Kosten-Leistungs-Transparenz&#8220; führen notwendigerweise zu einer &#8222;output-orientierten&#8220; Steuerung von Leistungen. Damit verändert sich auch die Konzeption von Qualität: <em>&#8222;Bis zu den 1990er Jahren galt als Maßstab für Qualität die Orientierung an fachlichen Handlungsprinzipien, an Erkenntnissen aus den Bezugswissenschaften Psychologie und Pädagogik sowie an den Bedürfnissen der NutzerInnen&#8220;</em> (S.21). Hiernach wurden auch strukturelle Rahmenbedingungen (bspw. die finanzielle Ausstattung) beurteilt. Nunmehr bestimmt sich Qualität an Leistungsvergleichen unter ökonomischen Vorzeichen mit anderen Organisationen, sowie aus Bilanzen von Kosten-Nutzen-Relationen. Effektivität und Effizienz werden zunehmenden quantitativ bestimmt: <em>&#8222;Soziale Einrichtungen werden zu Dienstleistungsunternehmen, deren Aufgabe im Liefern von Leistungen und Produkten an ihre doppelte Kundschaft &#8211; GeldgeberInnen und NutzerInnen &#8211; besteht&#8220;</em> (ebd.).</p>
<p>In diesem Zusammenhang ändern sich auch Anforderungen an Arbeitnehmer_innen und Adressat_innen: Im Zuge der Überantwortung finanzieller Verantwortung von der öffentlicher Verwaltung auf die Täger der Sozialen Arbeit und der forcierten Konkurrenz entwickelt sich ein tarifpolitisches Gefälle zwischen öffentlichen und freien Trägern, sowie privatwirtschaftlichen Anbietern. Bspw. über die Einstellung von Ein-Euro-Jobber_innen wird der Niedriglohnsektor ausgeweitet und eine Polarisierung von &#8222;professionellen&#8220; und &#8222;einfachen&#8220; Tätigkeiten betrieben, mit unangenehmen Folgen für die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten.</p>
<p>Aber auch die Nutzer_innen sind von den Entwicklungen nicht unbetroffen. Sie werden zunehmend als Kund_innen verstanden, die Probleme (vormals als soziale Probleme gefasst) nun inviduell managen müssen und hierfür Angebote sozialer Arbeit nutzen können. Herrmann zeigt in Bezug auf die Wiedereinführung der &#8222;Geschlossen Unterbringung&#8220; (GU) in Hamburg (2002), dass soziale Risiken in die Bürger_innen hineinverlagert werden, die im günstigsten Fall &#8222;eigene&#8220; Risiken kompetent managen, <em>&#8222;im ungünstigeren Fall aber zu &#8222;Gefahren&#8220; werden, die &#8222;abgewehrt&#8220; werden müssen&#8220;</em> (S.22).</p>
<p>Herrmanns Diskussion um die neoliberale Neuausrichtung der Sozialen Arbeit schließt hiermit jeodch ab. Interessant in diesem Zusammenhang wäre es nach Handlungsmöglichkeiten im Interesse einer an Bedürfnissen ihrer Nutzer_innen und fachlichen Handlungsprinzipien ausgerichteten Sozialen Arbeit zu fragen. Denn neoliberale Umstrukturierungen sind nichts, wozu sich Theoretiker_innen und Praktiker_innen der Sozialen Arbeit nicht verhalten könnten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mekin.wordpress.com/109/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mekin.wordpress.com/109/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=109&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>[review]&gt;&gt;Sabine Nuss / Ingo Stützle: Privatize Me!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 16:33:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Güter]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismuskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
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		<description><![CDATA[Sabine Nuss/Ingo Stützle (2008): Privatize Me! In: Antifaschistische Linke Berlin (Hrsg.), They Gonna Privatize the Air (online bestellen), S.5-8. Überarbeitete Version aus ak &#8211; Zeitung für linke debatte und praxis, Nr.507. Öffentliche Güter, wie Bildung, Energieversorgung, Transport u.a., werden seit einiger Zeit privatisiert. Sabine Nuss und Ingo Stützle gehen in ihrem Beitrag für die &#8222;Broschüre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=84&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-83" title="They gonna privatize the air" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/03/br_096_privatize_the_air.png?w=144&#038;h=180" alt="They gonna privatize the air" width="144" height="180" /><strong>Sabine Nuss/Ingo Stützle (2008): Privatize Me! In: Antifaschistische Linke Berlin (Hrsg.), They Gonna Privatize the Air (<a href="http://www.antifa-versand.de/zoom.php?produkt=317">online bestellen</a>), S.5-8. Überarbeitete Version aus ak &#8211; Zeitung für linke debatte und praxis, Nr.507. </strong></p>
<p>Öffentliche Güter, wie Bildung, Energieversorgung, Transport u.a., werden seit einiger Zeit privatisiert. <a href="http://nuss.in-berlin.de/" target="_blank">Sabine Nuss</a> und <a href="http://www.stuetzle.in-berlin.de/" target="_blank">Ingo Stützle</a> gehen in ihrem Beitrag für die &#8222;Broschüre über Privatisierung im allgemeinen und konkret und die Kämpfe dagegen&#8220; der Frage nach dem Verhältnis von öffentlichen Gütern, Staat und Kapital nach. Auch wenn die Privatisierung sich gegenwärtig in einer Legitimationskrise befindet, ist der Kampf um öffentliche Güter längst nicht zu Ende. Vielmehr ist davon auszugehen, dass unter neoliberalen Vorzeichen dem Kapital durch Privatisierungen neue Anlagemöglichkeiten zugeführt werden sollen.</p>
<p><span id="more-84"></span></p>
<p>Öffentliche Güter sind ambivalent bestimmt, zum einen dienen sie der Verbesserung der Lebensqualität, zum anderen sind sie &#8222;allgemeine Produktionsbedingungen des Kapitals&#8220; (Marx). In kapitalistisch verfassten Gesellschaften nimmt der Staat, bei Nuss und Stützle als Verdichtung sich überlagernder, mit unterschiedlicher Macht ausgestatteter und in Herrschaftsverhätnissen organisierten Einzelinteressen verstanden, die Funktion des &#8222;ideellen Gesamtkapitalisten&#8220; ein (Vgl. S.6). Im Interesse an erfolgreicher Akkumulation des Kapitals organisiert er Aufgaben wie Justiz, Armee und Polizei, die zum Teil gegen, zum Teil mit Zustimmung der Bürger_innen das &#8222;Allgemeinwohl&#8220; durchsetzen. Der Staat garantiert noch weitere Aufgaben, <em>&#8222;nämlich dann, wenn sie das Einzelkapital aus Gründen mangelnder Rentabilität in der benötigten Form nicht produziert, sie aber als allgemeine Produktionsbedingungen für das Kapital benötigt werden&#8220;</em> (S.7). So war etwa in den 1960er und 1970er Jahren ein nicht warenförmiger Charakter von Bildung funktional für die Wirtschaft (mangelnde akademische Fachkräfte), der staatliche Bildungssektor wurde auch da sich von wirtschaftlichen Interessen verschiedene Motive von unteschiedlichen Akteuren artikuliert werden konnten.</p>
<p>Im Zuge der erstarkenden Organisations- und Produktionsmacht der ArbeiterInnen, sowie der Ausreizung von Produktivitätsreserven des fordistischen Produktionsmodells wird ein neoliberaler Diskurs in Politik, Gesellschaft und Wirschaft hegemonial, der neben dem Druck auf Löhne, der Reorganisation der Produktion und der Investition in den Finanzmarkt auch die Privatisierung bisher staatlicher bereitgestellter öffentlicher Güter fordert. Dem Kapital sollen so neue Anlageformen zugeführt werden, um den steigenden Druck auf die Profitrate entgegenzuwirken.</p>
<p>Zwei Formen der Privatisierung sind nach Nuss und Stützle zu unterscheiden. Erstens die formelle Privatisierung, nach der Produkte und Dienstleistungen zwar in staatlichen Unternehmen aber nach privatwirtschaftlichen Kriterien erbracht werden, und zweitens die materielle Privatisierung (Verkauf von Unternehmen).In beiden wandelt sich der Zweck der Produktion: Die Maximierung des Profits ist der Zweck, statt der Versorgungssicherheit der Nutzer_innen. Zu problematisieren sind Privatisierungen, da hier zentrale momente der kapitalistischen Produktion aktiviert werden, wie etwa die Senkung von Lohnkosten, und da in der (privat)kapitalistischen Produktion von Waren irrelevant ist, ob alle Menschen gleichen Zugang zu ihr haben.</p>
<p>Neben positiven Folgen wie dem Druck auf Löhne können Privatisierungen jedoch auch die Kalkulation von Preisentwicklungen (etwa Energe, Erdöl) erschweren und Qualitätsverluste die allgemeinen Verwertungsbedingungen des Kapitals beeinträchtigen (Krisen im Transport- oder Finanzwesen). Diese Qualitätsverluste und soziale Folgen führt zwar zu einer Legitimierungskrise von Privatisierungen (Bürgerentscheide und Meinungsumfragen dokumentieren schwindene Zustimmung), in Zukunft ist aber nicht von einer Rücknahme der Privatisierungspolitik auszugehen. <em>&#8222;Die gegenwärtige Legitimationskrise leitet vielmehr eine zweite Phase der Privatisierung ein, in welcher (&#8230;) Legitimitätsprobleme und negative Effekte der ersten Phase bedacht und im Rahmen weitere Privatisierungen reflektiert werden.&#8220;</em> (S.8). Es gibt daher allen Grund Privatisierung als Gegenstand linker Politik zu verstehen, gerade deshalb, da über öffentliche Güter eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden kann.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mekin.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mekin.wordpress.com/84/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=84&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>[review]&gt;&gt;Catharina Schmalstieg: Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften als Handlungsplattform?</title>
		<link>http://mekin.wordpress.com/2009/03/19/reviewcatharina-schmalstieg-prekare-beschaftigung-und-personale-handlungsfahigkeit-gewerkschaften-als-handlungsplattform/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 22:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mekin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewerkschaften]]></category>
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		<category><![CDATA[Handlungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Holzkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Individualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kritische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[prekäre Beschäftigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Catharina Schmalstieg (2008): Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften als Handlungsplattform? In: Lorenz Huck, Christina Kaindl, Vanessa Lux, Thomas Pappritz, Katrin Reimer, Michael Zander (Hg.): &#8222;Abstrakt negiert ist halb kapiert&#8220;. Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft. Morus Markard zum 60. Geburtstag, S.131-151. ISBN 978-3-939864-05-9 Die Individualisierung und Prekarisierung von Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen ermöglicht zwar einerseits die Befreiung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mekin.wordpress.com&amp;blog=6838250&amp;post=75&amp;subd=mekin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-76" title="Abstrakt negiert ist halb kapiert - Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft" src="http://mekin.files.wordpress.com/2009/03/pic_abstrakt_negiert.jpg?w=140&#038;h=184" alt="Abstrakt negiert ist halb kapiert - Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft" width="140" height="184" /><strong>Catharina Schmalstieg (2008): Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften als Handlungsplattform? In: Lorenz Huck, Christina Kaindl, Vanessa Lux, Thomas Pappritz, Katrin Reimer, Michael Zander (Hg.): &#8222;Abstrakt negiert ist halb kapiert&#8220;. Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft. Morus Markard zum 60. Geburtstag, S.131-151. ISBN 978-3-939864-05-9</strong></p>
<p>Die Individualisierung und Prekarisierung von Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen ermöglicht zwar einerseits die Befreiung aus kollektivistischen Zwängen, gleichzeitig gehen aber auch gemeinschaftliche Erfahrungsräume verloren. Geteilte Lebenslagen und Interessenskonstellationen werden weniger wahrnehmbar, kolletive Veränderungsprozesse für die einzelnen Individuen unfunktional<strong>. </strong>Catharina Schmalstieg diskutiert in ihrem Beitrag für die <a title="Abstrakt negiert ist halb kapiert" href="http://www.bdwi.de/verlag/gesamtkatalog/1438685.html">Festschrift &#8222;Abstrakt negiert ist halb kapiert&#8220; zu Morus Markards 60. Geburtstag</a> inwieweit Denk- und Handlungsangebote für prekär Beschäftigte bestehen, die über bestehende Beschränkungen hinausweisen und die Deutung der Bedingungen eigener Lebensweisen als schicksalshaft zurückweisen. Sie sieht gewerkschaftliche Organisation als Möglichkeit personale Handlungsfähigkeit zu erweitern, d.h. die Verfügung über Arbeits- und Lebensverhältnisse durch Beteiligung an Gewerkschaftsaktivitäten zu erhöhen. Mit Bezug auf die Organisation von Arbeiter_innen des Sicherheitsgewerbes in der San Francisco Bay Area, California zeigt sie unter welchen Bedingungen Gewerkschaften als Handlungsplattformen und &#8222;kooperative Integration&#8220; ermöglichen können.</p>
<p><span id="more-75"></span></p>
<p>Angesichts sich zunehmend prekarisierender Beschäftigungsverhältnisse und die sich hierdurch reproduzierenden Ausgrenzungsbewegungen entlang den Kategorien class, race und gender schätzt unter anderen Pierre Bourdieu (Das Elend der Welt, 1997) Möglichkeiten kollektiver Handlungsfähigkeit pessistisch ein, da Vorwegnahmen von Zukunft stark eingeschränkt sind. Inwiefern kollektive Handlungsfähigkeit für die Individuen möglich erscheinen, hängt davon ab, wie lage- und positionsspezifische Bedingungskonstellationen konkret beschaffen sind. Aus Sicht der <a title="Kritische Psychologie" href="http://kritische-psychologie.de">Kritischen Psychologie</a> ist <a title="kritisch-psychologisches Konzept der Handlungsfähigkeit (Holzkamp)" href="http://kritische-psychologie.de/texte/kh1984a.html">Handlungsfähigkeit</a> kategorial vorausgesetzt, Handeln selbst stellt die Realisierung von Handlungsmöglichkeiten dar und ist sowohl als Handeln im Bestehenden und Handeln in Überwindung einschränkender Verhältnisse denkbar. Zu klären ist inwieweit im &#8222;subjektiven Möglichkeitsraum&#8220; Handlungsalternativen erfahrbar sind, die im Zusammenschluss &#8222;in unmittelbarer Kooperation&#8220; (Holzkamp) eine Verbesserung der &#8222;je eigenen&#8220; Situation ermöglichen könnten. Festzuhalten ist nach Schmalstieg, dass <em>&#8222;Handlungziele, die in einem wie auch immer gearteten überindividuellen Zusammenschluss formuliert und verfolgt werden, [es] ermöglichen, sich von »Denkverboten,« die die Aufrechterhaltung des restriktiven Modus ermöglichen, zu entfernen und die formulierten Interessen und Handlungsziele [des Zusammenschlusses] »motiviert« zu übernehmen, d.h. als eigene Interessen zu verfolgen</em>&#8220; (S.136). In Bezug auf Arbeiter_innen im Sicherheitgewerbe in den USA sind Perpektiven &#8222;organisierter kooperativer Integration&#8220; durch konkrete Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten schwierig, aber keineswegs undenkbar. Die bei Sicherheitsfirmen Beschäftigen arbeiten meist vereinzelt und unter geringer Entlohnung. Arbeitsrechte werden zudem unterminiert, Lohnzahlungen erfolgen meist unregelmäßig und unbezahlte Tätigkeiten sind an der Tagesordnung. <em>&#8222;Arbeitsbezogene kooperative Bezüge&#8220;</em>, so hält Schmalstieg fest: <em>&#8222;sind so gut wie nicht vorhanden, so dass es schwierig ist, vorhandene Frustation in kollektives Handeln zu überführen&#8220;</em> (S.139).</p>
<p>Gewerkschaften können in Verhältnissen, in denen die gesellschaftliche Lage und Position der prekär Beschäftigten als grundsätzlich verschieden von einander gesehen werden, dazu beitragen, dass &#8222;Denkangebote zur Deutung gesellschaftlicher Verhältnisse&#8220; gemacht werden, die Gruppengrenzen und gesellschaftliche Trennungen als nicht unveränderlich erfahrbar machen. Hierfür spielt die Möglichkeit der Partizipation an Arbeitskämpfen und Gewerkschaftsarbeit eine entscheidenen Rolle, denn damit entsprechende Denkangebote als subjektiv bedeutsam angesehen werden, muss die Gewerkschaftsarbeit so organisiert sein, dass sie es den Beteiligten ermöglicht eigene und nicht fremdgesetzte Ziele zu verfolgen. Gewerkschaften kann es daher nicht nur darum gehen, im Sinne des &#8222;external organizing&#8220; bereits Aktive Mitglieder für die Gremienarbeit zu gewinnen, sondern auch Nicht-Mitglieder in konkrete Kämpfe mit einzubeziehen (internal organizing). Über Gespräche über Arbeitsbedingungen, Angebote zur Beteiligung an niedrigschwelligen Aktionen und andere Formen können kollektive Handlungsstrategien entwickelt und Interessengemeinsamkeiten aufgezeigt werden, die wiederum Grundlage für weitergehende Schritte sind.</p>
<p>Dass dies nicht nur eine abstrakte Gedankenspielerei ist, sondern hierüber kollektives Handeln zur Veränderung von spezifischen Situationen befördert werden kann, verdeutlicht Schmalstieg an Untersuchungen der <a href="http://seiu247.localsonline.org">&#8222;Stand-For-Security-Kampagne&#8220;</a> der Gewerkschaft <a href="http://www.seiu.org/index.php">SEIU</a> (Service Employee International Union) im Jahr 2007, die an dieser Stelle nicht im Einzelnen diskutiert werden sollen. Zusammenfassen lässt sich jedoch, dass zahlreiche bisher nicht in Arbeitskämpfen beteiligte Beschäftigte im Sicherheitgewerbe an kollektiven Handlungsformen teilnahmen, Ängste und Frustationen in gemeinsame Interessensvertretung überführt werden konnten und es den Einzelnen möglich wurde, in Überschreitung ihrer Vereinzelung Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen (höhere Löhne, &#8222;Family Health Care Plans&#8220; u.a.) zu erreichen. <em>&#8222;Die bisherige Anaylse lässt den Schluss zu, dass Gewerkschaften als Handlungsplatform fungieren und eine »kooperative Integration« ermöglichen können, indem sie prekär Beschäftigten 1. Denk- und Handlungsalternativen bieten, die Aussicht auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse ermöglichen, und 2. über damit verbundene kollektive Prozesse individuelle Bedrohtheit minimieren&#8220;</em> (S.148). Für prekär Beschäftigte bestehen daher tatsächlich Denk- und Handlungsangebote, in denen eine Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten bspw. durch eine Beteiligung an Arbeitskämpfen und kollektiven Aktionen der Gewerkschaft antizipiert werden können. Die Funktionalität von Deutungen gesellschaftlicher und lebensweltlicher Bedingungen als schicksalshaft kann so zu Gunsten einer Veränderung einschränkender Verhältnisse zurücktreten.</p>
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